von Dirk Liedtke
18.09.2020, 18:00 Uhr

Gibt es noch ein Entkommen vor dem „Überwachungskapitalismus“ und dem „Überwachungsstaat“? Digitalcourage verleiht zum 20. Mal die „Big Brother Awards“. Wie reagieren die vermeintlichen Datensünder?

Die Bürgerrechtsorganisation Digitalcourage verleiht den bekanntesten Anti-Preis für datenhungrige Firmen und Institutionen wie schon seit 20 Jahren auch im Corona-Jahr in Bielefeld. Diesmal ohne große Gala, aber im Livestream. Die Liste der Preisträger enthält die bekannte Mischung aus Weltkonzernen, Politikern und kleineren Firmen und Wissenschaftlern, die allesamt als „Feinde des Datenschutzes“ ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden.

„20 Jahre Big Brother Awards“ sind für den ehemaligen Bundesinnenminister Gerhart Baum „ein Grund zu feiern“, wie er in einem Grußwort sagt. Der greise, weise Liberale warnt vor der Schattenseite der „Internetrevolution“: „Diese Schattenseite heißt Überwachungskapitalismus, heißt Überwachungsstaat.“ Für Baum ist sie ein „Angriff auf die Selbstbestimmung des Menschen“. Wer bedroht also nach Ansicht von Digitalcourage mit besonders ausgeprägter Datengier unsere Freiheit?

Personenkennziffer durch die Hintertür

Jeder Steuerzahler in Deutschland trägt jedes Jahr in seine Steuererklärung seine individuelle Steuer-Identifikationsnummer ein. Laut einem…