Die chinesische Regierung reagierte verärgert auf den Besuch von US-Staatssekretär Keith Krach in Taipeh und erklärte, der Besuch ermutige „separatistische Kräfte in Taiwan“. Offizieller Anlass für den Besuch des für Wirtschaftswachstum, Energie und Umwelt zuständigen US-Diplomaten ist eine für Samstag geplante Gedenkfeier für den im Juli gestorbenen Präsidenten Lee Teng-hui. Der Besuch ist heikel, da China Taiwan als abtrünnige Provinz sieht, die wieder mit der Volksrepublik vereinigt werden soll – notfalls mit Gewalt.

Im August hatte bereits US-Gesundheitsminister Alex Azar die Insel zum großen Ärger Pekings besucht. China warnte die USA damals vor einem „Spiel mit dem Feuer“. Peking sei gegen jeden offiziellen Austausch zwischen den USA und Taiwan, „egal unter welchem Vorwand“, erklärte das chinesische Außenministerium.

Taiwans Präsident Lee Teng-hui starb im Juli – Keith Krach will an einer Gedenkfeier für ihn teilnehmen

China übt seit Jahrzehnten Druck auf Taiwan aus und versucht jede internationale Anerkennung der Insel zu verhindern. US-Außenamtssprecherin Morgan Ortagus betonte bei der Bekanntgabe von Krachs Reise die „starken Bindungen“ zwischen den USA und Taiwan mit dessen „lebendiger Demokratie“. Beide teilten dieselben politische und wirtschaftliche Werte.

China erhöht Druck auf Taiwan

Peking hat den diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Druck auf Taiwan seit der Wahl von Präsidentin Tsai Ing-wen im Jahr 2016 noch verstärkt. In den vergangenen Wochen meldete Taipeh eine starke Zunahme der Verletzung seines Luftraums durch chinesische Militärjets.

US-Verteidigungsminister Mark Esper stellte am Mittwoch derweil ein Konzept zur Modernisierung und Verstärkung der US-Seestreitkräfte vor. Demnach soll die Marineflotte in den kommenden Jahrzehnten von derzeit 293 auf 355 Schiffe erweitert werden. Der Plan zielt darauf ab, die Überlegenheit der US-Flotte gegenüber den chinesischen Seestreitkräften zu sichern. In einer Rede…