Vier Wochen nach der Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny hat sein Team ein Video online gestellt, das Mineralwasserflaschen der Marke „Swjatoj Istotschnik“ („Heilige Quelle“) zeigt. Aus einer solchen Flasche habe Nawalny in seinem Hotelzimmer in der Stadt Tomsk getrunken und so das Gift aufgenommen. Seine Mitarbeiter betonten bei Instagram, dass nun erwiesen sei, dass Nawalny bereits auf russischem Gebiet vergiftet worden sei. Nach Erkenntnissen der Bundesregierung wurde dem Politiker ein Nervengift der Gruppe Nowitschok verabreicht, das als Chemiekampfstoff verboten ist.

Nawalnys Team erklärte, ein deutsches Labor habe die Nowitschok-Spuren an der Wasserflasche nachgewiesen. Es zeigte auf dem Video, wie Nawalnys Mitarbeiter trotz Warnungen einer Hotelangestellten in dem Zimmer sämtliche möglichen Beweismittel mit Handschuhen aufgriffen und in Plastiktüten verstauten. Sie hätten sich zu dem Schritt entschieden – unmittelbar, nachdem sie Nachricht über den schlechten Gesundheitszustand Nawalnys erhalten hatten, hieß es.

„Wir hatten keine besondere Hoffnung, etwas Derartiges zu finden“, hieß es in der Mitteilung des Teams. Aber weil klar gewesen sei, dass Nawalny nicht einfach nur leicht erkrankt sei, hätten sie alles eingesammelt, um es später auch an die Ärzte in Deutschland zu übergeben. Es sei auch offensichtlich, dass in dem Fall in Russland nicht ermittelt werden würde.

Die OPCW mit Sitz in Den Haag stellt eigene Untersuchungen an

OPCW analysiert selbst

Die Bundesregierung macht Russland für die Vergiftung verantwortlich. Moskau bestreitet, etwas mit dem Fall zu tun zu haben. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hat biomedizinische Proben Nawalnys untersuchen lassen. Die deutschen Behörden würden über die Ergebnisse unterrichtet, teilte die in Den Haag ansässige Organisation mit. Für die Untersuchungen hätten die OPCW-Experten unabhängig Proben Nawalnys gesammelt.

Nawalny war am 20. August von einem Flug von Tomsk nach…