Sie geben, was sie haben, Wasser, Fetakäse, Nüsse, Reis, doch am Ende eines jeden Tages bleibt bei vielen Helferinnen und Helfern auf der griechischen Insel Lesbos das Gefühl zurück, dass es nicht genug ist. 

Schon Stunden bevor sie beginnen, Lebensmittel an die Geflüchteten zu verteilen, bilden sich lange Schlangen. Manche der Migrantinnen und Migranten haben seit der Brandkatastrophe im Camp Moria vor einer Woche nicht genug gegessen oder getrunken. „Ich sehe nur Menschen, der Horizont ist voller Menschen“, sagt die Niederländerin Gea Dunnik, die als Psychologin die Hilfsorganisation Fenix unterstützt.

Die griechischen Behörden helfen nicht

Am Wochenende verlief die Essensausgabe so chaotisch, dass sie vorzeitig abgebrochen werden musste. Die Menschen vor Ort seien „verrückt geworden“, als sie sahen, dass es Lebensmittel gibt, berichtet Dunnik.

Nun haben die Hilfsorganisationen das System neu organisiert. Die Menschen werden in verschiedene Gruppen unterteilt. Viele stehen stundenlang, um einen der blauen Plastikbeutel zu bekommen. Darunter Senioren, schwangere Frauen, Kinder. An Abstandsregeln sei nicht zu denken, sagt Dunnik. Die griechischen Sicherheitsbehörden ließen die Hilfsorganisationen zwar arbeiten, unterstützten sie aber nicht.

Noch immer sind etwa 11.000 Flüchtlinge auf Lesbos ohne Obdach, seit ein Großbrand am Dienstag vor einer Woche das Lager Moria zerstört hat. Zwar haben die griechischen Behörden mit Unterstützung des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) auf einem ehemaligen Schießgelände inzwischen ein provisorisches Zeltlager errichtet, doch der Transfer der Menschen kommt nur schleppend voran. Lediglich rund 1200 Flüchtlinge haben dort Quartier bezogen. 

Die meisten Flüchtlinge haben Angst, in dem Zeltlager eingesperrt zu werden, so wie zuletzt in Moria. Eine Uno-Vertreterin konnte auf Nachfrage der Journalistin Isabel Schayani nicht beantworten, ob es sich um ein offenes oder geschlossenes Lager handelt. Die Bedingungen in dem Camp…