Der Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, geht davon aus, dass die amerikanische Bevölkerung frühestens im Sommer des kommenden Jahres gegen das Coronavirus geimpft werden kann. Zwar könnte es erste Impfungen bereits im November oder Dezember dieses Jahres geben, sagte er bei einer Senatsanhörung in Washington. Um zum normalen Leben zurückkehren zu können, „schauen wir, denke ich, in Richtung des späten zweiten oder dritten Quartals 2021“.

Die US-Regierung hatte zuletzt betont, dass ein Impfstoff bereits innerhalb von 24 Stunden nach der Freigabe durch die US-Arzneimittelbehörde FDA in Verteilungszentren transportiert werden könne, und legte entsprechende Dokumente dazu vor. Die Impfung solle den Bürgern dann nach und nach weitgehend umsonst zur Verfügung gestellt werden. Priorität hätten dabei unter anderem Mitarbeiter des Gesundheitssystems.

Zuvor hatte Trump gesagt, er gehe davon aus, dass ein wirksamer Impfstoff in den nächsten drei bis vier Wochen erhältlich sei. „Wir stehen kurz vor einem Impfstoff“, so Trump am Dienstag im Sender ABC News. „Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen, hätte die vorherige Regierung aufgrund der FDA und aller Zulassungen vielleicht Jahre gebraucht, um einen Impfstoff in den Händen zu halten. Und wir könnten ihn innerhalb von Wochen, drei Wochen oder vier Wochen, nun haben.“

Die jüngsten Äußerungen des obersten Seuchenschützers kommentierte Trump bei einer Pressekonferenz am Mittwoch abfällig: Redfield habe einen Fehler gemacht und sei „verwirrt“ gewesen.

Hebelt politischer Druck medizinische Regularien aus?

Die Pharmakonzerne Pfizer und Biontech hatten in der vergangenen Woche bekräftigt, bei erfolgreichen Ergebnissen ihrer Phase-III-Studie eines gemeinsamen Impfstoffkandidaten bereits im Oktober die Zulassung zu beantragen. Viele Experten sind jedoch besorgt, dass politischer Druck die medizinischen Regularien aushebeln könnte. Tatsächlich gab es in den vergangenen Wochen mehrfach Meldungen über…