Eine Wasserflasche trägt womöglich zur Aufklärung des Giftanschlags auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny bei. Das Team des russischen Oppositionellen schildert in einem Post auf Instagram, es habe in Nawalnys Hotelzimmer in der sibirischen Stadt Tomsk eine Flasche sichergestellt, an der später Spuren des Nervengifts Nowitschok nachgewiesen worden seien. Nawalny war demnach bereits abgereist.

Damit lässt sich der Zeitpunkt der Vergiftung des Politikers eingrenzen: Sie muss noch vor seiner Abreise aus dem Tomsker Hotel erfolgt sein. Das Instagram-Video zeigt die Suche seines Teams nach verdächtigen Gegenständen in einem Hotelzimmer. Wegen der frühen Abreise des Politikers war der Raum in Tomsk offenbar noch nicht gereinigt worden, die im Hotel verbliebenen Mitarbeiter Nawalnys nutzten diese Gelegenheit. Zu dem Zeitpunkt war bereits seit einer Stunde bekannt, dass Nawalnys mutmaßlich vergiftet worden war. Sein Flug nach Moskau war in Omsk zwischengelandet.

„Wenn Sie etwas mitnehmen wollen, dann nur über die Polizei“

In dem Video sieht man drei Plastik-Wasserflaschen, die in Plastiktüten verpackt werden. Zu hören ist eine Frau, offenbar eine Hotelangestellte, die warnt: „Wenn Sie etwas mitnehmen wollen, dann nur über die Polizei, hat mir der Direktor gerade gesagt.“ Eine männliche Stimme antwortet: „Dem können wir uns leider nicht fügen.“

Die Bundesregierung sieht es nach Untersuchungen in einem Speziallabor der Bundeswehr als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem Kampfstoff aus der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Labors in Frankreich und Schweden bestätigten diesen Befund nach Angaben der Bundesregierung. Auch die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hat biomedizinische Proben Nawalnys von Experten untersuchen lassen und will nun die deutschen Behörden über die Ergebnisse unterrichten. Für die Untersuchungen durch das technische Sekretariat der OPCW habe ein eigenes Expertenteam unabhängig Proben Nawalnys gesammelt,…