Von Dieselgate, immer schärferen CO2-Grenzwerten und der Coronakrise gebeutelt, liegt die Autoindustrie schon am Boden. Und jetzt geht es der nächsten Erfolgsbranche der deutschen Exportwirtschaft an den Kragen: den Schweinehaltern.

Vergangene Woche ist die für Wild- und Hausschweine meistens tödliche Afrikanische Schweinepest in Deutschland ausgebrochen. In Brandenburg wurden mehrere infizierte Wildschweinkadaver gefunden. China, Südkorea und Japan haben bereits einen Importstopp verhängt. Für die deutschen Schweinehalter ist das eine Katastrophe.

Verdienen die Mitarbeiter dieses Industriezweigs, die von vielen immer noch euphemistisch „Bauern“ genannt werden, nun unser Mitgefühl? Das kann man spontan bejahen – aber ebenso schnell wieder verneinen, wenn man nur die jüngste Pressemitteilung des „Deutschen Tierschutzbüros“ liest.

Die Aktivisten berichten von Videoaufnahmen aus einem Schweinebetrieb im emsländischen Sustrum, die zeigen, wie dicht gedrängte Schweine in ihrem eigenen Kot stehen müssen, wie viele der Tiere zum Teil sehr schwere „unbehandelte, blutige Verletzungen“ aufweisen. „Riesige Tumore und Abszesse“ seien zu sehen.

Quälerei mit Vorsatz

Teilweise könnten die Tiere nur noch humpeln. Auch seien tote zwischen den lebenden Tieren zu sehen. In den zwei von den Tierschützern dokumentierten Nächten sei zudem das Trinkwasser „offenbar bewusst“ vom Betreiber abgestellt worden, eine bei Schweinemästern angeblich „beliebte, wenn auch gesetzlich verbotene Methode, damit die Tiere am nächsten Morgen schneller einen hochkalorischen Futterbrei aufnehmen“. Die Tierschützer haben Strafanzeige gegen den Betrieb gestellt.

Das zeigt wieder einmal: Schweine werden in der industriellen Massentierhaltung gequält, seit Jahren, mit Vorsatz und toleriert von der Öffentlichkeit. Nach jedem neuen Skandal wird ein paar Tage lang über Haltungsbedingungen diskutiert, doch in den Ställen ist von Verbesserung kaum etwas zu sehen.

Noch immer fußt der Profit der…