„Wir sind nicht pessimistisch, wir sind einfach nur realistisch“, sagte der Leiter der Baugesellschaft, Esteve Camps, über den Bau des von Antoni Gaudí entworfenen römisch-katholischen Gotteshauses. Es gebe vorerst auch wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Ungewissheit – bedingt durch die Corona-Pandemie – keinen neuen Zeitplan. Die Kirche, deren Bau bereits im Jahr 1882 begann, wird somit etwas länger ihrem Ruf der „ewig Unvollendeten“ gerecht werden.

Es gebe aber auch gute Nachrichten, so Camps: Die Mitte März wegen der Pandemie komplett unterbrochenen Bauarbeiten würden spätestens in drei Wochen wieder aufgenommen. Die Konzentration liege auf der Fertigstellung des Turms „Torre María“, dem mit 123 Metern zweithöchsten Turm der Sagrada Familia. Man hoffe, dass es Ende 2021 soweit sein werde.

Fast fertig: der Turm, der der Jungfrau Maria gewidmet ist

Das Geld für die Fertigstellung des Baus stammt ausschließlich aus Spenden und Eintrittsgeldern. Wegen der knapp dreimonatigen Zwangsschließung bis Anfang Juli und der auch in Barcelona ausbleibenden Touristen sind die Einnahmen deutlich zurückgegangen. Die Baugesellschaft plant deshalb 2021 für die Bauarbeiten mit einem Etat von lediglich 17 Millionen Euro. 2019 belief sich das Budget noch auf 100 Millionen Euro.

Das Lebenswerk …

… des legendären Architekten Gaudí (1852-1926) benötigt für die Fertigstellung nach Schätzung der Baugesellschaft noch insgesamt knapp 400 Millionen Euro. Das nördlich der Altstadt gelegene Gotteshaus, 2010 von Papst Benedikt XVI. zur Basilika geweiht, ist neben der palastähnlichen Burg Alhambra in Granada die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Spaniens. 

Touristenmagnet: 2019 wurden mehr als 2,5 Millionen Besucher in der Sagrada Familia gezählt

Der Sakralbau vereint die Stile der Neugotik und der Moderne. Seit 2005 steht die Kirche in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Der höchste Turm soll eine Höhe von 172,5 Metern haben. Damit wird die Sagrada Familia die…