Wenn der Wald brennt, schrumpft nicht nur der Lebensraum von zahlreichen Tieren, auch Menschen verlieren ihr Zuhause. Gegen die Schäden schließen viele eine Versicherung ab, doch die Beiträge steigen. Klimatologe Ernst Rauch vom Rückversicherer Munich Re erklärt, wie es dazu kommt.

SPIEGEL: Herr Rauch, die Bilder von dem orangeroten Himmel über San Francisco gehen gerade um die Welt. Unterscheiden sich die Feuer von den Waldbränden, die wir sonst in Kalifornien erleben?

Rauch: Ja, die Dimension der Brände, also wie viel Fläche brennt. Dafür gibt es in der jüngeren Historie keinen Vergleich. In den Jahren 2017 und 2018 hatten wir zwar auch schlimme Waldbrände in Kalifornien, aber damals brannte ein kleineres Gebiet.

SPIEGEL: Können Sie den Schaden der Waldbrände von diesem Jahr schon beziffern?

Rauch: Dafür ist es noch zu früh. Wir sind in Kalifornien noch im ersten Drittel der Feuersaison. Um einen Zwischenstand zu nennen: Amerikanische Quellen sprechen aktuell von gut 5000 beschädigten Gebäuden. Das kann man aber nicht in monetäre Beträge umrechnen, weil es in Kalifornien sowohl Standardbebauung gibt, als auch Gebiete mit hochwertigen Gebäuden, die mehrere Millionen Dollar wert sind. Aber es sind Stand heute trotz der flächenmäßig großen Feuer weit weniger Wohngebäude betroffen als 2018, da waren es Ende der Saison rund 24.000 bis 25.000. Das hängt damit zusammen, wie dicht die brennende Region besiedelt ist.

SPIEGEL: Liegt es auch am Klimawandel, dass immer größere Flächen brennen?

Rauch: Die Zuordnung ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig möglich. Es gibt aber schon Anzeichen dafür, dass die große Dürre, die in den vergangenen Jahren gerade in Kalifornien vorherrschte, die Brandbekämpfung erschwert. Wenn das so stimmt, wäre das ein weiteres Signal, dass der Klimawandel wahrscheinlich eine Rolle bei der Dimension der Feuer spielt.

SPIEGEL: Sind solche Risiken in diesen Regionen überhaupt noch versicherbar?

Rauch: Aus der Perspektive des…