In einem Lager für Flüchtlinge im US-Bundesstaat Georgia sollen unhaltbare Zustände geherrscht haben. Das behauptet die Krankenschwester Dawn Wooten, die dort arbeitete und sich nun an die Öffentlichkeit gewandt hat.

Insassinnen des „Detention Center“ im Bezirk Irwin sollen Operationen unterzogen worden sein, ohne richtig verstanden zu haben, um welche Eingriffe es sich handelte. Laut Wooten geht es um Entfernungen der Gebärmutter und andere gynäkologische Eingriffe.

Wooten hat sich nun an die Beschwerdestelle des Heimatschutzministeriums gewandt. Unterstützt wird sie dabei von den Organisationen Project South und Government Accountability Project.

Wooten sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Frauen, die über starke Monatsblutungen geklagt hatten, seien zu externen Gynäkologen geschickt worden; in manchen Fällen sei dabei die Gebärmutter entfernt worden. „Viele von ihnen haben nicht verstanden, was mit ihnen gemacht wurde. Niemand hat es ihnen erklärt“, sagte sie. In vielen Fällen sei das Einverständnis eingeholt worden, indem man per Google etwas ins Spanische habe übersetzen lassen, heißt es in der Beschwerde.

„Mangel an Aufsicht“

Juristinnen, die mehrere Insassinnen des Lagers vertreten, sagten, die Frauen hätten sich über gynäkologische Behandlung beschwert, die durch einen Anbieter außerhalb des Lagers erfolgt sei.

Die Anwältin Sarah Owings sagte, es gebe bislang keine Belege, dass die Eingriffe oft vorgenommen worden seien. Aber die Gesundheitsversorgung in den Lagern sei nicht standardgemäß, sagte sie, und spricht von einem möglichen „Mangel an Aufsicht“. Eine weitere Anwältin sagte, sie habe sich bei Verantwortlichen über die Behandlung beschwert, die ihre Mandantinnen durch einen Gynäkologen erhalten hätten.

Die Anschuldigungen lösten Entrüstung bei demokratischen Politikern aus, darunter die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und der Chef der demokratischen Fraktion im US-Senat, Chuck Schumer.

Behörden und Betreiber wehren…