Joe Biden macht Musik: bei seinem ersten Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Florida, wo die Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Biden und Trump voraussagen, holt der US-Demokrat zu zuallererst sein Handy raus und startet den spanisch-sprachigen Song „Despacito.“ 

„Na bitte! Tanzen Sie ein bisschen.“ 

„Ich sag Ihnen was: Wenn ich das Talent von irgendeinem dieser Menschen hätte, würde ich die Wahl durch Applaus gewinnen.“ 

In Lateinamerika ist „Despacito“ aus dem Jahr 2017 eines der erfolgreichsten Lieder aller Zeiten, Song-Produzent Luis Fonsi hatte Biden zuvor auf der Bühne angekündigt. Die etwas steife Tanzeinlage und die Nähe zum Musiker soll ein Signal an die wichtige Gruppe der Latino-Wähler in Florida sein. Die bilden etwa 20 Prozent der Wählerschaft im Sunshine State.  

Joe Biden, Demokratischer US-Präsidentschaftskandidat 

„Latino-Wähler, insbesondere hier in Florida, können dabei helfen, unsere Nation nach vorne zu bringen. Es sind noch 49 Tage bis zu Wahl, Ich bitte um Ihre Stimme. Ich werde jeden Tag hart arbeiten, um sie zu bekommen.“ 

Bidens Tanzeinlage wurde ein Hit in den sozialen Medien. Donald Trump verbreitete unterdessen eine manipulierte Version des Videos weiter, in dem der Protest-Song „Fuck tha Police“ der schwarzen Gangsta-Rap-Crew N.W.A. aus dem Jahr 1988 anstelle von „Despacito“ gespielt wird. 

Am Mittwoch hat Twitter dann das Video mit einem Warnhinweis versehen, dass es manipuliert wurde.

Doch auch Trump kämpft um die Wähler mit lateinamerikanischen Wurzeln: Bei seinem Auftritt in Florida am Montag wirkten seine Annäherungsversuche allerdings im Vergleich zu Biden reichlich plump. 

US-Präsident, Donald Trump 

„Es ist wirklich wunderbar, ihr seid wunderbare Menschen. Und ich liebe euch und wir kümmern uns um euch und ich werde euch niemals fallen lassen.“ 

Weder Biden noch Trump sind besonders beliebt in der Latino-Gemeinde – in Umfragen liegen sie fast gleichauf. Da im Swing State…