„Es ist Zeit, unsere koloniale Vergangenheit hinter uns zu lassen“, sagte die Generalgouverneurin von Barbados, Sandra Mason, die eine Rede ihrer Premierministerin verlas. „Die Menschen in Barbados wollen ein Staatsoberhaupt aus Barbados“, sagte sie in der Hauptstadt Saint John’s. Es könne kein Zweifel daran bestehen, dass das Land die Fähigkeit besitze, sich selbst zu regieren. Ziel sei es, den Schritt zum 55. Jahrestag der Unabhängigkeit des Inselstaates zu vollziehen – das wäre im November des kommenden Jahres.

Bereits 1998 kam eine von der Regierung eingesetzte Kommission zu dem Schluss, dass Barbados eine Republik mit einem nicht-exekutiven Präsidenten als Staatsoberhaupt werden sollte, der die Königin ersetzen sollte. Die Empfehlung blieb aber in den Schubladen.

Nüchterne Reaktion aus London

Die Reaktionen aus London fielen betont nüchtern aus: Die Angelegenheit sei „Sache der Regierung und des Volkes des Commenwealth-Staates“, hieß es aus dem Buckingham-Palast. Das Commonwealth ist eine lose Verbindung von Staaten, die aus den ehemaligen Kolonien Großbritanniens hervorgegangen sind. An der Spitze der Organisation steht Königin Elizabeth II.

Generalgouverneurin Sandra Mason bei der Queen im Buckingham Palast 2018

Obwohl Barbados 1966 unabhängig von Großbritannien wurde, ist die Queen weiterhin offiziell Staatsoberhaupt. Darüber ist auf der Insel in der Karibik in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder kontrovers diskutiert worden. Barbados würde sich mit dem Schritt Staaten wie Trinidad und Tobago oder Guyana anschließen, die sich bereits von der Krone losgesagt haben.

nob/fab (afp, rtr, dpa)