„Schande für die Polizei“
Rechtsextremes Netzwerk bei Polizei in NRW aufgedeckt

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat ein Problem mit Rechtsextremen in den eigenen Reihen

© Friso Gentsch / DPA

NRW-Innenminister Herbert Reul spricht sichtlich betroffen von einer „Schande für die Polizei“: 29 Beamte – die meisten davon bei der Polizei Essen – sollen rechtsextreme Inhalte über ihre Handys ausgetauscht haben. Reul kündigt umfassende Konsequenzen an.

Bei fünf aufgedeckten rechtsextremen Chatgruppen in Nordrhein-Westfalen sollen 29 Polizistinnen und Polizisten beteiligt gewesen sein. Das sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Alle seien am Morgen suspendiert worden und gegen alle seien Disziplinarmaßnahmen eingeleitet worden. 14 Beamte sollen aus dem Dienst entfernt werden. Laut Reul gehören 25 Beamte zum Polizeipräsidium Essen. Insgesamt habe es am Mittwoch 14 Razzien gegen Polizistinnen und Polizisten gegeben.

Der Minister sprach bei der Pressekonferenz von „einer Schande für die Polizei“. In den Gruppen seien 126 Bilddateien verteilt worden, darunter Fotos von Adolf Hitler, aber auch zum Beispiel die fiktive Darstellung eines Flüchtlings in einer Gaskammer. Eine der Chatgruppen sei wahrscheinlich bereits im Jahr 2013 gegründet worden, spätestens im Mai 2015.