Früher als erwartet haben sich Union und SPD auf die Aufnahme von weiteren Geflüchteten aus Griechenland geeinigt. Doch der Plan der Bundesregierung, nach der Brandkatastrophe im Lager Moria 1553 Menschen von fünf griechischen Inseln aufzunehmen, stößt bei der Opposition auf Kritik.

Grünen und Linkspartei geht die Einigung nicht weit genug. In einem am Dienstagabend verbreiteten Papier prominenter Grünen-Politiker aus Bundestag und Europaparlament wird das deutsche Angebot als „völlig ungenügend“ bezeichnet. Es liege weit unter dem, was Bundesländer und Kommunen an Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen können. Alle Geflüchteten aus Moria müssten jetzt zügig von der Insel Lesbos evakuiert und in europäische Länder verteilt werden. Den Wiederaufbau geschlossener Lager lehnen die Grünen ab.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jan Korte, sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND): „1500 sind natürlich besser als nichts. Das ist aber trotzdem für eines der reichsten Länder der Europäischen Union inakzeptabel.“

Mehr als 12.0000 Menschen obdachlos

Kritik an der Verständigung in der Koalition kommt auch von der FDP. Fraktionsvize Stephan Thomae nannte die Zahlen der Bundesregierung „aus der Luft gegriffen“. Thomae forderte in der „Augsburger Allgemeinen“ eine Nothilfe nach sachlichen Kriterien statt Zahlenvorgaben. „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unter 14 sowie Erkrankte und ihre Familien müssen unverzüglich nach Deutschland und andere EU-Mitgliedstaaten evakuiert werden“, sagte Thomae.

Der verheerende Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos hatte mehr als 12.000 Migranten obdachlos gemacht und vor allem in Deutschland eine Debatte über die Aufnahme von Menschen von dort ausgelöst. Union und SPD haben sich nun bereit erklärt, 408 Familien mit Kindern aufzunehmen, die in Griechenland bereits als schutzbedürftig anerkannt wurden. Am Abend sprach Merkel mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos…