von Marc Drewello
16.09.2020, 06:46 Uhr

US-Präsident Donald Trump behauptet schon seit Monaten, die Wahl am 3. November sei fehlerhaft und betrügerisch – womöglich, weil er deren Ergebnis im Fall einer Niederlage gar nicht anerkennen will.

Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass eine Wahlniederlage am 3. November für ihn nicht zwangsläufig bedeuten würde, dass er auch das Weiße Haus räumt. „Das muss ich dann sehen“, antwortete der US-Präsident im Juli Fox-News-Moderator Chris Wallace auf die Frage, ob er das Wahlergebnis akzeptieren werde. „Das muss ich sehen. Nein, ich werde nicht einfach ja sagen. Ich werde nicht nein sagen.“

Seit Monaten schon versucht Trump, Zweifel an den Präsidentschaftswahlen zu schüren. Immer wieder behauptet er, eine verstärkte Briefwahl in der Coronakrise würde Schummeleien Tür und Tor öffnen, obwohl Betrugsfälle Experten zufolge äußerst selten sind. „2020 wird die fehlerhafteste und betrügerischste Wahl der Geschichte“, prognostizierte der Republikaner auf Twitter. Ende Mai markierte der Kurzbotschaftendienst erstmals einen Tweet des Präsidenten zu diesem Thema als irreführend.

Trumps Verhalten wirft eine Frage auf, von der man kaum glauben mag, dass sie in der am längsten bestehenden Demokratie der Welt tatsächlich gestellt werden muss: Was passiert, wenn der Mann im Weißen Haus sich wirklich weigert, sein Amt aufzugeben?