Wochenlang schwieg Donald Trump zu den Waldbränden. Schließlich hatten die drei betroffenen US-Weststaaten (Kalifornien, Oregon, Washington) vor vier Jahren für Hillary Clinton gestimmt. Sie gehören zum Amerika der Demokraten, dessen Leid ihn kaltlässt, ob in der Corona- oder Klimakrise.

Jetzt wird die Lage aber so brenzlig, dass der US-Präsident zumindest so tun muss, als sorge er sich. Also verlängerte er am Montag einen Wahlkampftrip durch die Swing States Nevada und Arizona, bei dem er alle Corona-Vorschriften brach, um einen exakt zweistündigen Abstecher nach Kalifornien.

Dort ließ er sich von Gouverneur Gavin Newsom über die Brände informieren – wobei Trumps unbewegte Miene wenig Interesse offenbarte. Newson, ein Demokrat, der zuvor „keine Geduld mit Klimawandelleugnern“ bekundet hatte, gab sich betont höflich. Doch als er und sein Umweltminister Wade Crowfoot die Erderwärmung als Hauptgrund des Desasters zitierten, widersprach Trump ungerührt.

„Es wird kühler werden“, behauptete er. „Sie werden schon sehen.“ Crowfoot hielt dagegen: „Es wäre schön, wenn die Wissenschaft Ihnen zustimmen würde.“ Trump verzog das Gesicht: „Ich glaube nicht, dass die Wissenschaft Bescheid weiß.“

Seit jeher leugnet Trump den Klimawandel – aus politischem Kalkül, weil ihn die Öl- und Gasbranche mitfinanziert und weil er selbst gedanklich oft noch in den Achtzigerjahren zu verharren scheint. Angesichts der immer dramatischeren Situation kommt das bald aber schon grober Amtsfahrlässigkeit gleich.

Denn die US-Waldbrände sind nur ein Symptom einer größeren Krise. Immer mehr Hurrikane fegen über die Golfküste. Der Südwesten schwitzt unter Rekordtemperaturen. Der Atlantik frisst sich mit jeder Sturmflut weiter ins Land. Und in New Mexico fallen Hunderttausende Vögel tot vom Himmel.

„Überall in den USA wird es Probleme geben“

Doch Trump leugnet und leugnet und leugnet. Obwohl Studien warnen, dass bald Millionen Amerikaner auf der Klimaflucht sind. „Überall in den USA wird es…