Konzernzentralen oder bedeutende Mittelstandsunternehmen sind in Ostdeutschland auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Mangelware. Die Wirtschaftsdaten in diesen Bundesländern seien zwar „gut, aber noch nicht gut genug“, heißt es im Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit.

Eine vollständige Angleichung werde durch die ländlichere Prägung beziehungsweise die geringere Bedeutung von Ballungsräumen erschwert, heißt es. Inklusive Berlin habe die durchschnittliche Wirtschaftskraft der neuen Länder 2019 bei 79,1 Prozent des gesamtdeutschen Durchschnitts gelegen. Der Bericht nennt auch bedeutende Fortschritte, etwa bei der Beschäftigung.

In dem 280 Seiten starken Bericht wird auf größere Unterschiede einzelner Regionen verwiesen. Die Stadtregion Leipzig lag demnach zuletzt nur noch ganz knapp unter dem europäischen Durchschnitt, Mecklenburg-Vorpommern dagegen nur bei 84 Prozent. „Die ostdeutschen Regionen verfügen damit über eine Wirtschaftskraft, die beispielsweise mit der in vielen französischen Regionen vergleichbar ist und deutlich höher liegt als beispielsweise in Polen.“

Wanderwitz über Rechtsextremismus im Osten: „Es wird eher schlimmer“

Aber: „Auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer hat noch kein Flächenland der neuen Bundesländer das Niveau des westdeutschen Landes mit der niedrigsten Wirtschaftskraft erreicht. Selbst Berlin erreicht 2019 noch nicht die Wirtschaftskraft der westdeutschen Länder.“ Die längerfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Unterschiede in Deutschland sind dem Bericht zufolge noch nicht genau absehbar.

Die Bundesregierung legt den Jahresbericht am Mittwoch im Kabinett vor. Anschließend will der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, den Bericht in Berlin präsentieren. Den CDU-Politiker, der seinen Vorgänger Christian Hirte nach dessen Aussagen zur Thüringen-Wahl ablöste, sorgen jedoch auch anhaltende Unterschiede zwischen Ost und West in anderen Bereichen als der…