Technische Fehler und Aufsichtsversagen haben zu den verheerenden Abstürzen von Boeings Krisenflieger 737 Max geführt. Das ist das Fazit des am Mittwoch in Washington veröffentlichten Abschlussberichts eines Untersuchungsausschusses des US-Repräsentantenhauses. Gegen Boeing und die US-Luftfahrtbehörde FAA werden darin heftige Vorwürfe wegen Schlampereien, Vertuschungen und mangelnder Kontrolle erhoben.

„Kultur des Verheimlichens“

Laut dem Bericht spielten beim Zustandekommen der Crashs in Indonesien und Äthiopien, die 346 Menschen das Leben kosteten, vor allem vier Punkte eine entscheidende Rolle.

Der Wunsch, mit der Konkurrenz mitzuhalten, vor allem mit dem Airbus A320 neo, brachte Boeing laut dem Bericht dazu, Produktionszielen und Kostensenkungen eine größere Bedeutung einzuräumen als der Sicherheit.

Boeing verließ sich auf die Steuersoftware MCAS, die die Nasen der Maschinen gefährlich absenkte.

Der Konzern hielt entscheidende Informationen vor der US-Flugsicherheitsbehörde FAA zurück.

Zeitgleich überließ die FAA Aufsichtsaufgaben Boeing-Mitarbeitern.

„Die Max-Abstürze waren nicht das Ergebnis eines einzelnen Versagens, technischer Fehler oder schlecht gehandhabter Ereignisse“, heißt es in dem insgesamt 245 Seiten langen Dokument. „Sie waren der schreckliche Höhepunkt einer Reihe falscher technischer Annahmen von Boeing-Ingenieuren, mangelnder Transparenz des Managements und einer grob unzureichenden Aufsicht durch die FAA.“ Boeing wird in dem Bericht erneut eine „Kultur des Verheimlichens“ vorgeworfen.

Die Anschuldigungen sind nicht neu und waren bereits im März im vorläufigen Abschlussbericht erhoben worden, sie wurden nun aber mit weiteren Indizien untermauert und noch drastischer formuliert.

Republikaner: Bericht parteiisch und überzogen

Verantwortlich für die Abrechnung mit Boeing und der FAA sind vor allem Abgeordnete der demokratischen Partei, die die Mehrheit im Repräsentantenhaus hat. Einige republikanische Politiker bezeichneten den Bericht…