Einmal Gladiator sein – wer Filme wie Mervin LeRoys „Quo vadis?“ (USA 1951), Stanley Kubricks „Spartacus“ (USA 1960) oder aber „Gladiator“ von Ridley Scott (USA/UK 2000) gesehen hat, mag sich vielleicht schon mal vorgestellt haben, wie er sich selbst in der Rolle des mutigen Kämpfers geschlagen hätte. In der Ausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“ im Archäologischen Museum Hamburg kann man dies nun quasi ausprobieren und in die entsprechende Ausrüstung steigen. 

Das spielerische Nachempfinden des Gladiatoren-Daseins ist dabei allerdings nur ein Aspekt. „Was sagen Inschriften? Was sagt die bildliche Überlieferung über das echte Leben aus? Was sagen Knochen bzw. Untersuchungen an bestatteten Gladiatoren über ihr Leben, über ihre Ernährung und so weiter aus?“ All diese Punkte hätten dazu beigetragen, das in Hollywood-Filmen präsentierte Bild zu hinterfragen und die historischen Tatsachen in den Vordergrund zu rücken, so Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg, im DW-Gespräch. 

Spiele im antiken Rom 

Bevor das Kolosseum in Rom gebaut wurde, war auch das Forum Romanum Schauplatz von Gladiatorenkämpfen

Wo die ersten Gladiatorenkämpfe stattfanden, ist nicht eindeutig belegt. Dass sie 264 v. Chr. erstmals auch in Rom ausgetragen worden sein sollen, gilt hingegen als sicher. Damals ließen die Nachkommen eines verstorbenen Römers drei Sklavenpaare zu seinem Gedenken auf einem Marktplatz gegeneinander antreten. Auch andere Patrizierfamilien organisierten fortan private Kämpfe zu ihrer Belustigung. Da diese Spektakel beim Volk gut ankamen, wurden sie immer mehr zu Massenveranstaltungen.

Teil des Kaiserkults wurden sie dann unter Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.), der veranlasste, dass nur an wenigen festgelegten Tagen gekämpft werden durfte. „Der richtige Gladiator, der hat drei, wenn’s kracht, vier Kämpfe im Jahr durchgeführt. Dazwischen wohnte, trainierte und lebte er in der Gladiatorenschule, die…