Es seien insgesamt 34 Polizeidienststellen und Privatwohnungen durchsucht worden, teilte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (Artikelbild) in Düsseldorf mit. In den Chatgruppen soll nach seinen Worten „übelste und widerwärtigste Hetze“ betrieben worden sein.

Die Vorwürfe träfen „diese Polizei bis ins Mark“, sagte Reul. Die strafrechtlichen Ermittlungen unter anderem wegen Volksverhetzung richten sich demnach derzeit gegen elf Beamte, die aktiv rechtsextreme Bilddateien verbreitet haben sollen. Gegen insgesamt 29 Polizisten wurden Disziplinarverfahren eröffnet, alle Beamten wurden vom Dienst suspendiert.

Bei den Nachforschungen wurden laut Reul weit über hundert in WhatsApp-Gruppen verbreitete Bilddateien entdeckt, unter anderem mit Fotos von Adolf Hitler und Hakenkreuzen, Reichskriegsflaggen sowie eine fiktive Darstellung eines Flüchtlings in der Gaskammer eines Konzentrationslagers.

„Glasklare politische Kante“

Reul sprach von einer „Schande für die NRW-Polizei“. Rechtsextremisten und Neonazis hätten in der nordrhein-westfälischen Polizei, „in unserer Polizei, nichts, aber auch gar nichts zu suchen“. Es gelte nun, „glasklare politische Kante“ zu zeigen. Der NRW-Innenminister setzte einen eigenen Sonderbeauftragten ein, der nun unter anderem ein Lagebild über Rechtsextremismus in der Polizei erstellen soll.

Polizisten in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland (Archiv)

„Ich habe das zunächst nicht glauben wollen, dass es wirklich sowas gibt“, sagte Reul zu den bisherigen Ermittlungsergebnissen. Zwar gelte auch in den vorliegenden Fällen die Unschuldsvermutung, und die Ermittlungen stünden „noch ganz am Anfang“. Angesichts der Schwere der Vorwürfe und der politischen Dimension des Falls gehe es aber „um nicht weniger als das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Rechtsstaat“.

„Unerträgliche“ Vorgänge

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerte sich bestürzt über die Vorgänge. „Die Bekämpfung des…