Regionalwahlen in Russland
Wie Nawalny trotz seiner Vergiftung dem Kreml einen Schlag versetzt hat

Alexej Nawalny spricht bei einem Protest in Moskau vor seiner Vergiftung 

© Pavel Golovkin / DPA

von Ellen Ivits
15.09.2020, 18:53 Uhr

In Russland fürchtete man, dass mit Alexej Nawalny die gesamte russische Opposition im Koma liegen könnte. Die Regionalwahlen bewiesen das Gegenteil. 

Es sind gute Nachrichten, die am Montag die Anhänger von Alexej Nawalny erreichten. Der vergiftete russische Kremlkritiker muss nicht mehr beatmet werden und kann sein Krankenbett zeitweise verlassen. Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, und er werde zunehmend mobilisiert, teilte das Berliner Klinikum Charité mit. Auch Nawalny selbst dürften an diesem Tag gute Nachrichten erreicht haben. Seine Strategie der „intelligenten Wahl“ zeigte bei den Regionalwahlen in Russland am vergangenen Wochenende Erfolge, die russischen Oppositionellen Grund zur Hoffnung geben.

Es war nicht der große Schlag, den man sich von dieser Strategie versprochen hatte. Aber dennoch gelang es Nawalny und seinen Mitstreitern, dem Kreml empfindliche Nadelstiche zu versetzen.