Im Zusammenspiel aus Krisen und Flucht hat die Corona-Pandemie die besondere Verletzlichkeit von Migranten noch erhöht. Sie verschärfe „die ohnehin prekären Verhältnisse“, in denen viele der fast 80 Millionen Geflüchteten und Vertriebenen weltweit lebten, heißt es im Weltrisikobericht 2020. So erhöhe etwa die Enge in provisorischen Unterkünften die Ansteckungsgefahr. Wanderarbeiter seien besonders von Corona-bedingten Grenzschließungen betroffen, schreiben die Autoren der Studie, die vom Bündnis Entwicklung Hilft und der Ruhr-Universität Bochum veröffentlicht wird.

Pazifische Inselstaaten wie Tonga, Fidschi oder Vanuatu (hier im Bild) sind stark von Katastrophen bedroht

Jedes Jahr ist in dem Bericht eine Risikorangliste fast aller Länder der Erde enthalten. Auch diesmal steht der pazifische Inselstaat Vanuatu an der Spitze. Das zweithöchste Risiko verzeichnet Tonga (vormals Platz 3), gefolgt von Staaten der Kleinen Antillen: Dominica (2019 wegen fehlender Daten nicht berücksichtigt) sowie Antigua und Barbuda (2019: Platz 2). Die Länder mit dem rechnerisch geringsten Risiko sind wie im Vorjahr das Emirat Katar und der EU-Inselstaat Malta.

Exposition versus Widerstandskraft

Deutschland gehört zu den zwanzig Ländern mit der geringsten Gefährdung. In dieser Gruppe finden sich vor allem europäische Länder, aber auch Staaten wie Saudi-Arabien und Ägypten. Das Konzept berücksichtigt einerseits die Exposition, das heißt, wie sehr eine bestimmte Region einer oder mehreren Naturgefahren ausgesetzt ist. Auf der anderen Seite wird die Widerstandsfähigkeit einer Gesellschaft betrachtet. So können Staaten mit ähnlicher Exposition unterschiedlich anfällig sein – je nach Beschaffenheit der öffentlichen Infrastruktur, der durchschnittlichen Wohnsituation, der Katastrophenvorsorge und des Gesundheitssystems. Viele Länder des afrikanischen Kontinents schneiden in beiden Kategorien schlecht ab: Sie sind durch ihre geographische Lage gefährdet, aber auch durch einen…