Auf einer landwirtschaftlich genutzten Wiese am Flussufer der Ammer, nur zu Fuß zu erreichen, steht eine offene Halle mit einem bunten Mix an Säulen. Seit Dienstag (15. September) ist die Kunsthalle im oberbayerischen Polling für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt haben sich mit ihren Arbeiten an der Stoa169 beteiligt.

„Der Begriff Globalisierung ist häufig negativ besetzt“, sagt der Maler und Initiator Bernd Zimmer im DW-Gespräch. Er wolle das Globale in einen positiv-demokratischem Zusammenhang bringen. „Ich komme aus der Ideenwelt der Aufklärung um Hegel und Kant“, sagt er. Bereits vor dreißig Jahren hätten ihn auf einer Indien-Reise die hinduistischen Tempel mit ihren individuell gestalteten Säulen inspiriert, nach diesem Vorbild eine Kunsthalle in Deutschland zu errichten. Nachdem erste Versuche scheiterten, nahm das Projekt 2016 schließlich Gestalt an.

Internationaler Blickwinkel: Diese Säule stammt aus der Mongolei

Keine Elektrizität

Die Säulen sind 3,90 Meter hoch und haben einen maximalen Durchmesser von 91 Zentimeter. Sie seien so angeordnet, „dass man immer auf eine Säule zuläuft“, sagt Zimmer. Es sei ihm wichtig gewesen, keinen Tempel zu erschaffen, deshalb gebe es auch keinen Eingangsbereich, die Halle ist zu allen Seiten offen.

Getragen wird die Halle über eine gemeinnützige Stiftung, finanziert wird das Projekt überwiegend über Spenden. Der Kritik, dass der Bau in die Natur eingreife, entgegnen die Initiatoren mit dem Verweis, dass die umliegenden Flächen weiterhin für die Landwirtschaft erhalten blieben und kein weiterer Eingriff in die Natur erfolge. In und um die Halle herum werde keinerlei Elektrizität verbaut, es soll kein künstliches Licht geben.

Initiator Bernd Zimmer

Tiki-Figur von Maori verabschiedet

Eine Jury, der Mitarbeiter vom Haus der Kunst und der Pinakothek der Moderne in München angehörten, suchte weltweit nach Künstlerinnen und Künstlern. Beteiligt haben sich etwa…