Norbert Röttgen beklagt Versäumnisse des CDU-Vorstands bei der Vorbereitung der Kandidatur um den Parteivorsitz. Es sei noch gar nicht klar, „wie denn der Wettbewerb der drei Kandidaten vor dem Parteitag organisiert werden soll“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Wird es noch einen direkten, womöglich digitalen, Vergleich geben, wie es 2018 bei den Regionalkonferenzen live möglich war?“, fragt Röttgen jetzt. Dazu habe sich der Bundesvorstand noch nicht geäußert. „Dies zu organisieren, liegt aber in seiner Verantwortung.“

Außer Röttgen kandidieren am 4. Dezember Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz für die Nachfolge Annegret Kramp-Karrenbauers (lesen Sie hier eine Vorschau auf den Parteitag). Die Entscheidung über die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer hätte eigentlich schon auf einem Parteitag im April entschieden werden sollen. Der Parteitag findet in Halle 1 der Stuttgarter Messe statt. 1001 Delegierte werden dazu erwartet. Gäste wird es auf dem Parteitag genauso wenig geben wie Aussteller. Für Journalisten soll das Geschehen in eine anliegende Halle übertragen werden.

Röttgen kündigte außerdem eine intensive Überarbeitung des vorgelegten Entwurfs für das Grundsatzprogramm im Falle seiner Wahl an, „weil die Corona-Pandemie und die Konsequenzen und Folgen in diesem Entwurf noch gar nicht wirklich thematisiert wurden“. Die in der Coronakrise zutage geförderten Defizite müssten für eine Modernisierung des Landes genutzt werden. Es gehe um Zusammenhalt der Gesellschaft, technologische Wettbewerbsfähigkeit, Deutschlands Verhältnis zu den USA und China. „Da ist noch viel Arbeit und Sachverstand gefordert, bis das neue Grundsatzprogramm steht.“

Der Vorstand hatte am Montag dem Entwurf für ein neues Grundsatzprogramm zugestimmt. Eine endgültige Entscheidung soll erst ein Parteitag im Jahr 2021 bringen – nach der Wahl des neuen Vorsitzenden.

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