Dieses Foto geht um die Welt: Alexej Nawalny, umgeben von seiner Familie im Krankenzimmer der Berliner Charité. Ich habe überlebt, bin wieder da, will das Foto sagen, das man sich ohne Zweifel auch im Kreml mit höchstem Interesse angesehen hat. Und gleichzeitig vernommen hat: Der Mann will zurück nach Russland.

Dies erklärte seine Sprecherin im Kurznachrichtendienst Twitter. „Ich bestätige es erneut für jeden: Keine andere Option wurde jemals in Betracht gezogen“, twitterte Kira Jarmysch. Man kann dies als eine Ansage der Kampfbereitschaft des Oppositionellen deuten.

Doch zunächst der Blick in die Charité, den Nawalny an diesem Dienstag mit Hilfe seines Instagram-Accounts gewährt. In einem Operationshemd, das linke Handgelenk verbunden mit einem Zugang für Kanülen, sitzt er da. Und die Nowitschok-Kampfstoffe scheinen für einen Moment ihre Vernichtungskraft verloren zu haben. Die Kinder Daria und Zahar zu seiner rechten, seine Frau Julia auf seiner linken Seite haben den Patienten für das Bild in die Mitte genommen.

„Den ganzen Tag alleine atmen“

„Hi, hier ist Nawalny. Ich vermisse Euch alle“, heißt es in der Bildunterschrift. „Ich kann immer noch kaum etwas machen, aber gestern konnte ich den ganzen Tag alleine atmen.“ Nach dem Zusammenbruch war zunächst unklar gewesen, ob Nawalny überhaupt wieder öffentlich werde auftreten können. 

Der Kreml-Kritiker war am 20. August auf einem innerrussischen Flug kollabiert. Die Piloten landeten daraufhin außerplanmäßig im sibirischen Omsk, wo er in der örtlichen Klinik behandelt wurde. Am 22. August wurde er auf Dringen der Familie und Freunden nach Deutschland ausgeflogen, wo er seitdem in der Charité behandelt wird.

Jeder wäre glücklich …

In Moskau zeigt sich die Regierung erleichtert über die zunehmende Gesundung und auch offen für eine Rückkehr des 44-Jährigen in seine Heimat. Ein Sprecher des russischen Präsidialamtes sagte, jeder wäre glücklich, wenn sich Nawalny wieder erholen würde. Gleichzeitig…