Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) haben sich darauf verständigt, rund 1500 weitere Migranten von den griechischen Inseln in Deutschland aufzunehmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Innenpolitikern erfuhr, handelt es sich um Familien mit Kindern, die in Griechenland bereits als schutzbedürftig anerkannt wurden. Das berichtet auch das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. 

Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf Regierungs- und Koalitionskreise, Seehofer habe der Kanzlerin diesen Vorschlag gemacht, worauf diese zugestimmt habe. Es gehe um 400 Familien, deren Asylersuchen bereits positiv beschieden worden sei. Die Flüchtlinge kämen nicht nur aus Lesbos und dem dort abgebrannten Lager Moria, wurde betont. Dies sei auch der griechischen Regierung wichtig. CDU/CSU-Fraktionsvize Thorsten Frei sagte Reuters, die SPD müsse nun entschieden, ob sie damit einverstanden sei. „Die Innenpolitiker der Union sind nicht bereit, darüber hinauszugehen, da ansonsten jede europäische Lösung des Migrationproblems endgültig unmöglich würde“, sagte er.

Was macht die SPD?

Spitzenpolitiker der Koalition aus CDU, CSU und SPD hatten sich darauf verständigt, möglichst bis Mittwoch eine Einigung zu erzielen, wie viele Flüchtlinge man zusätzlich zu den bis zu 150 unbegleiteten Minderjährigen aufnehmen wolle. In der SPD wurde begrüßt, dass sich die Union in der Frage offenbar bewege. Alles weitere werde in den Gesprächen innerhalb der Bundesregierung geklärt, hieß es in SPD-Kreisen. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte nur, dass es einen Vorschlag gebe, über den die CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Nachmittag berate.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei, hier im DW-Interview (Archivbild)

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hatte gefordert, Deutschland müsse zusätzlich zu den bereits gemachten Hilfsangeboten mehrere Tausend Geflüchtete aus Griechenland aufnehmen. Die griechischen Behörden gehen davon…