Rund 1000 Migranten sind an diesem Dienstag in das neue provisorische Lager auf der Insel Lesbos eingezogen. Mit allem, was Ihnen noch geblieben ist. Sie hatten nach dem verheerenden Brand am vergangenen Mittwoch an Straßen und auf Feldern geschlafen. Ohne sanitäre Einrichtungen. Nach der Ankunft mussten sich die Menschen registrieren lassen. Helfer versorgen sie mit Wasser, Decken und Lebensmitteln. 

Bisher sind 5000 Betten in dem vorläufigen Zeltlager aufgestellt worden. Das Camp kann nach Angaben der Behörden insgesamt 10.000 Menschen aufnehmen.  

Aber nicht alle Geflüchteten, überwiegend Menschen aus Afghanistan, Afrika und Syrien, wollen in das Übergangslager. Etwa 200 Frauen und Kinder protestierten am Montag. Es lebe die Menschlichkeit , es lebe Angela Merkel stand auf Transparenten. Sie skandierten „Kein Camp! Freiheit!“ und forderten, Lesbos ganz verlassen zu dürfen. Das aber verbieten bisher die griechischen Behörden der Mehrheit der Migranten. 

Die griechische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Feuer fünf Personen wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. Nach einer sechsten Person wird noch gesucht. 

Die Bundeskanzlerin hat sich derweil mit Innenminister Horst Seehofer darauf verständigt, weitere 1500 Flüchtlinge nach Deutschland zu holen. Seehofer habe der Kanzlerin diesen Vorschlag gemacht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Es gehe um 400 Familien, deren Asylersuchen bereits positiv beschieden worden sei. Die Flüchtlinge kämen auf Wunsch der griechischen Regierung aber nicht nur aus dem abgebrannten Lager Moria. Nach SPIEGEL-Informationen begrüßt auch CSU-Chef Markus Söder die Einigung von Merkel und Seehofer.