Darlehen mit langfristiger Zinsbindung schaffen Sicherheit. Sie sind zwar meist um 0,3 bis 0,6 Prozentpunkte teurer als kurzfristige Kredite. Dafür brauchen Immobilienkäufer in einigen Jahren oft keine Anschlussfinanzierung, erklärt die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift „Finanztest“ (10/2020) – und sie sind damit vor dem Risiko einer Kostenexplosion geschützt.

Zwei Modelle mit langer Zinsbindung im Test

Die Experten analysierten zwei Modelle ohne Zinsrisiko: Bausparsofortfinanzierungen und Volltilgerdarlehen mit langer Zinsbindung. Sie fragten dafür über 70 Anbieter an. Das Ergebnis: Kredite mit langfristiger Zinsbindung – von 20 oder 30 Jahren – müssen nicht teuer sein.

So lag etwa bei einem überregionalen Anbieter das günstigste Volltilgerdarlehen mit 20 Jahren Zinsbindung bei 0,63 Prozent Effektivzins. Ein Darlehen mit 30 Jahren Zinsbindung und Topkonditionen gab es für 1,06 Prozent Effektivzins.

Zum Vergleich: Bei einer günstigen Bausparsofortfinanzierung lag der Effektivzins für 18 Jahre bei 1,14 Prozent. Damit waren im Test die Spitzen-Angebote für Volltilgerkredite um einiges günstiger als die Kombi-Kredite der Bausparkassen.

Sonderangebot beeinflusst Testergebnis

Grund dafür sei jedoch das Sonderangebot einer Bank gewesen, das mehrere Kreditvermittler und Banken im Angebot haben, so die Tester. Betrachtet man die Ergebnisse ohne diese Sonderangebote, sei die Bausparsofortfinanzierung durchaus eine günstige Alternative zum Volltilgerdarlehen – allerdings für Laien auch eher kompliziert.

Bei diesem Modell erhalten Kunden ein Vorausdarlehen. Dafür müssen sie nur Zinsen zahlen und besparen gleichzeitig einen Bausparvertrag. Ist der Bausparvertrag zuteilungsreif, lösen das Guthaben und das Bauspardarlehen den Vorauskredit ab.

Kreditnehmer sollten sich über das Modell vorab gut informieren, denn es gibt Risiken: Zinsbindung des Vorauskreditss und die Zuteilung des Bausparvertrags müssen etwa gut aufeinander abgestimmt sein. Sonst kann es teuer…