Rüstung
Die Firma, die das Sturmgewehr erfunden hat, liefert die neue Waffe der Bundeswehr

Die neue Ordonanzwaffe der Buneswehr kommt aus Suhl

© Haenel / PR

von Gernot Kramper
15.09.2020, 17:19 Uhr

Erstmals kauft die Bundeswehr nicht bei Heckler & Koch, sie hat sich für das MK556 von Haenel entschieden. Dieser Firma baute das Sturmgewehr 44 und definierte so diese Waffengruppe.

Zeitenwende bei der Bundeswehr. Nach fast sechs Jahrzehnten wird das Sturmgewehr des Heeres erstmals nicht mehr von Heckler & Koch produziert. Laut mehreren Quellen hat das deutsche Verteidigungsministerium die C.G. Haenel GmbH für die Lieferung der nächsten deutschen Waffe ausgewählt. Haenel beliefert die Bundeswehr bereits mit dem Scharfschützengewehr Haenel RS9 – bei der Bundeswehr G29 genannt. Bei der Bestellung geht es um 120.000 neuen Waffen im Wert von knapp 250 Millionen Euro. Haenel gilt allerdings als Außenseiter, weil die Firma keine aktuelle Erfahrung in der Produktion von Sturmgewehren hat. Die Firma aus Suhl ist allerdings nicht unabhängig. Sie gehört zur Merkel-Gruppe, die wiederum Teil der Tawazun Holding aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist. Dieser Gruppe wiederum ist Eigentümerin des Waffenproduzenten Caracal. Einem Newcomer im internationalen Waffengeschäft.