Durch eine Milliardenzahlung will Daimler den Streit um angebliche Verstöße gegen Abgasregeln in den USA beenden. Mit zwei Vergleichen legt der Automobilhersteller Ermittlungsverfahren der US-Behörden und zahlreiche Klagen von Autobesitzern bei, wie das Justizministerium und der Konzern mitteilten. Daimler und seiner Tochter Mercedes-Benz USA wurden überhöhte Abgaswerte bei rund 250.000 Dieselwagen vorgeworfen.

Der Leiter der Umweltbehörde EPA, Andrew Wheeler, erklärte, die Übereinkunft sende eine „klare Botschaft“ an Autohersteller, dass die US-Regierung bei der Einhaltung von Emissionsstandards hart durchgreife. Daimler habe dubiose Software zur Abgaskontrolle gegenüber den Behörden nicht offengelegt.

Buße in dreistelliger Millionenhöhe

Das Justizministerium verhängte nach eigenen Angaben ein zivilrechtliches Bußgeld von 875 Millionen Dollar (738 Millionen Euro) – es ist Teil des 1,5 Milliarden Dollar (1,27 Milliarden Euro) schweren Vergleichspakets mit den US-Aufsichtsbehörden. Daimler hatte bereits im August verkündet, eine Grundsatzeinigung nicht allein mit den Behörden, sondern auch mit privaten Klägern in den USA erzielt zu haben. Am Montag lieferte der Konzern auch hierzu Details. Demnach werden rund 700 Millionen Dollar (590 Millionen Euro) fällig, um US-Sammelklagen von Autobesitzern beizulegen. Insgesamt dürfte der rechtliche Befreiungsschlag in den USA somit deutlich mehr als zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) kosten.

„Klare Botschaft“: Andrew Wheeler, Leiter der US-Umweltbehörde EPA, in Washington

Die Klägeranwälte verbuchten den Kompromiss als Erfolg. „Besitzer von schmutzigen Mercedes-Dieselautos werden endlich die Kompensationen erhalten, die sie verdienen“, erklärte Steve Berman. Der bekannte US-Anwalt leitet die Großkanzlei Hagens Berman, die schon vielen anderen Konzernen, darunter VW, in der „Dieselgate“-Affäre zu schaffen machte. Der Kanzlei zufolge können betroffene Mercedes-Besitzer jeweils rund 3300 Dollar (2800…