Die Volkswirtschaft in der Asien-Pazifik-Region wird 2020 im Zuge der Corona-Pandemie erstmals seit 60 Jahren schrumpfen. Nach einem neuen Bericht der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) wird das gesamte Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Region voraussichtlich um 0,7 Prozent sinken. Es handele sich um das erste negative Wirtschaftswachstum in der aufstrebenden Region seit Anfang der 1960er Jahre, so die Bank mit Sitz in Manila.

Der asiatisch-pazifische Raum mit knapp 50 Ländern reicht von Aserbaidschan bis Vanuatu und umfasst Schwergewichte wie China, Indien und Australien. Drei Viertel der Staaten dürften nach ADB-Angaben in diesem Jahr ein negatives Wachstum melden.

„Die wirtschaftliche Bedrohung durch die Covid-19-Pandemie ist nach wie vor groß, da anhaltende erste Wellen oder wiederkehrende Ausbrüche weitere Eindämmungsmaßnahmen auslösen könnten“, sagte ADB-Chefökonom Yasuyuki Sawada am Dienstag.

Neben den Risiken der Corona-Krise stelle auch eine Eskalation des Handels- und Technologiekonflikts zwischen den USA und China eine Gefahr dar, hieß es weiter. China sei eine von zwölf Volkswirtschaften in der Region, die der Prognose zufolge aber ein positives Ergebnis verzeichnen werden: Das BIP in der Volksrepublik wird demnach 2020 um 1,8 Prozent und 2021 um 7,7 Prozent wachsen.

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