Wenn es für Väter eng zu werden droht, schicken sie schon mal ihre Töchter vor. So geschehen in der antiken Sage der Iphigenie, die der erbosten Göttin Artemis geopfert werden musste – im Tausch gegen freies Geleit für ihren Vater Agamemnon. Ähnlich wie das hellenistische Vorbild sollte auch Wladimir Putins Tochter vor wenigen Wochen ihrem Vater den Weg ebnen: hin zu einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

Im Eilverfahren hatte Russland „Sputnik V“ als ersten Corona-Impfstoff weltweit für die breite Anwendung freigegeben, obwohl das Mittel bisher kaum in klinischen Studien erprobt ist. Öffentlichkeitswirksam verkündete Putin, seiner Tochter sei die Vakzine injiziert worden, sie habe sie gut vertragen. Die Ankündigung sollte offenbar das Vertrauen in den Impfstoff stärken. Wer würde seiner eigenen Tochter schon ein Mittel verabreichen lassen, wenn es nicht absolut sicher wäre?

Die hastige Genehmigung sorgte international für Kritik. Nun regen sich auch noch Zweifel an der ohnehin schon wackeligen wissenschaftlichen Grundlage des Impfstoffs.

„Statistisch höchst unwahrscheinlich“

Angesehene Forscher aus mehreren Ländern stellen die Echtheit der Daten infrage, die ihre russischen Kollegen Anfang September im Fachblatt „Lancet“ vorgelegt hatten, als Beleg für die Wirksamkeit der Vakzine. Es geht um den Verdacht plumper Manipulation. Haben sich die für den Impfstoff verantwortlichen Wissenschaftler ihre Ergebnisse ausgedacht, oder mit Photoshop aufgehübscht?

Die Auffälligkeiten beginnen schon bei der zweiten Abbildung der Studie, kritisieren Forscher um den bekannten Molekularbiologen Enrico Bucci. Die fraglichen Stellen sind bunt umkringelt. Sie zeigen ein auffälliges Zahlenmuster in den Datensätzen. So hatten mehrere Probanden an wechselnden Tagen exakt denselben Antikörperspiegel im Blut. Auch der Wert der T-Zellen, die das Coronavirus bekämpfen sollen, ist identisch. Dabei hatten die Probanden unterschiedliche Formen des Impfstoffs bekommen.

Nur…