Continental will noch mehr Standorte schließen als bisher bekannt. In Aachen soll bis Ende 2021 das Reifenwerk dichtgemacht werden, teilte das Dax-Unternehmen mit. Betroffen seien 1800 Stellen, endgültig beschlossen sei dies aber noch nicht.

Aus der Gewerkschaft IG BCE kam daher heftige Kritik an den Plänen: „Der Kahlschlag ist weder mit der Transformation der Autoindustrie zu begründen, noch mit der Coronakrise“, sagte Francesco Grioli, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft. Christiane Benner von der IG Metall und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Continental kritisierte die Ankündigung als kurzsichtige Antwort auf wirtschaftliche Probleme. Der Betriebsrat geht davon aus, dass das Unternehmen die Produktion an Niedriglohnstandorte im Ausland verlagern will.

Autobauer hatten ihre Fabriken im zweiten Quartal rund um die Welt wochenlang gestoppt, weil auch die Autohäuser wegen der Pandemie schließen mussten und die Händler keine Fahrzeuge verkaufen konnten. Continental hängt nicht nur mit Autozulieferteilen direkt von der Autoproduktion ab, sondern auch im Reifengeschäft mit der Erstausstattung neuer Autos.Am stärksten waren die Umsatzeinbrüche im Geschäft unter anderem mit Elektronik, Sensorik und Bremssystemen, aber auch in der Antriebssparte.

30.000 Arbeitsplätze sind bedroht

Für das Werk Babenhausen in Hessen hatte Continental bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die dortige Produktion von Steuerungsinstrumenten für Pkw bis 2025 zu beenden. Im thüringischen Mühlhausen will sich das Unternehmen ebenso vom dortigen Standort trennen. Geplant ist die Schließung des Werks bis Ende 2022. Im bayerischen Roding soll 2024 die Produktion eingestellt werden. Das Werk in Karben mit 1100 Beschäftigten steht nach Angaben der Arbeitnehmervertreter ebenfalls auf der Streichliste – entschieden ist dort nach Unternehmensangaben aber noch nichts.