Die diesjährigen Beiträge auf der Shortlist für den Booker Prize für Belletristik beschäftigen sich mit den großen Herausforderungen der Gegenwart – vom Klimawandelbis zur Armut. „Die besten Romane bereiten unsere Gesellschaften oft auf wertvolle Gespräche vor und zwar nicht nur über die Ungerechtigkeiten und Dilemmata der Welt – sei es im Zusammenhang mit dem Klimawandel, vergessenen Gemeinschaften, dem Alter, Rassismus oder, wenn nötig, Revolution – sondern auch darüber, wie großartig das Innenleben des Geistes, der Fantasie und der Seele trotz der Umstände ist“, sagte Jurymitglied Margaret Busby.

Mit ihrer Auswahl der Nominierten legt die fünfköpfige Jury Wert auf die Vielfalt der Autorinnen und Autoren: „Es gibt so viele interessante nicht-weiße Autoren da draußen, die uns verschiedene Einblicke in die Welt geben“, so das Statement der Jurorin Emily Wilson. Vier der sechs Beiträge auf der Shortlist stammen von Frauen, darunter die simbabwische Autorin Tsitsi Dangarembga. Ihr Buch „This Mournable Body“ (deutscher Titel: „Aufbrechen“) erzählt die Geschichte einer Frau, die in Simbabwe in die Armut abrutscht. Dangarembga ist selbst Aktivistin und eine der wichtigsten literarischen Stimmen ihres Landes. Sie wurde im August verhaftet, weil sie gegen die Regierung des Landes protestiert hatte.

Dystopie inmitten der Klimakrise

Ebenfalls auf der Liste steht „The Shadow King“ der äthiopisch-amerikanischen Schriftstellerin Maaza Mengiste: eine eindrucksvolle Geschichte über afrikanische Frauen, die während der italienischen Invasion in Äthiopien in den Krieg zogen. Der nominierte Roman „The New Wilderness“ von Diane Cook spielt in einer dystopischen Zukunftsstadt, die aufgrund von Smog und Umweltverschmutzung fast unbewohnbar geworden ist. Darin versucht eine Mutter, ihre Tochter zu retten, indem sie in ein wildes, von der Menschheit unberührtes Land zieht. Cook entwickelt eine Geschichte, die angesichts der Klimakrise gar nicht mehr so unwahrscheinlich wirkt.