Es ist einer der Orte, an denen sich der Klimawandel mit am stärksten zeigt: die Arktis. Hier schmilzt Jahr für Jahr eine gigantische Menge Eis. Erst Ende August war ein gewaltiges Stück vom größten noch existierenden Gletscher der Arktis an der Nordostküste Grönlands abgebrochen. Nun haben Forscher beunruhigende Zahlen zu dem Fall vorgelegt.

Das Geologische Forschungsinstitut für Dänemark und Grönland (Geus) erklärte, dass 113 Quadratkilometer Eis abgebrochen seien- eine Fläche größer als Paris. Über Jahre waren mehr und mehr Risse aufgetaucht, wie Satellitenbilder zeigen. Ende August brach das Stück dann vollends ab. Nach Ansicht der Forscher ist der Eisverlust eine direkte Folge der globalen Erwärmung. Sie appellieren, schnell zu handeln.

Laura Meller, Wissenschaftlerin bei Greenpeace:
„Die neuen Forschungsergebnisse beweisen einmal mehr, dass wir aufhören müssen, den Schlummerknopf zu drücken und angesichts der Klimakrise aufwachen. Wir müssen den Ausstoß von Treibhausgasen sofort reduzieren und ein Netzwerk von Ozeanschutzgebieten errichten, die mindestens ein Drittel des blauen Planeten umfassen, wenn wir die Klimakrise ernst nehmen.“

Der Gletscher verliert schon lange Eis, aber zuletzt habe sich der Prozess stark beschleunigt. Der Grund waren zwei besonders warme Sommer. Im vergangenen Jahr verlor Grönland so viel Eis wie noch niemals zuvor. 2019 seien insgesamt 532 Milliarden Tonnen geschmolzen, sagen Klimaforscher. Also eine Million Tonnen pro Minute.

Paul Ruzycki ist schon seit 1996 regelmäßig in der Region unterwegs. Er ist erschüttert, wie schnell sich das Gebiet verändert hat.

Paul Ruzycki, Navigator:
„Es ist noch nicht so lange her, da habe ich gehört, wir hätten 100 Jahre, bevor die Arktis im Sommer frei von Eis sein würde. „

Seit 1980 hat sich die Durchschnittstemperatur in der Region den Angaben zufolge um drei Grad erhöht – für 2020 erwarten die Forscher Rekordtemperaturen.

Und die schrumpfende Eisfläche beschleunigt die Erderwärmung….