Alexej Nawalny macht Fortschritte: Die Berliner Charité, in der der russische Oppositionelle behandelt wird, teilte jüngst mit, dass sein Gesundheitszustand sich verbessert habe. Nun hat sich Nawalny selbst zu Wort gemeldet.

„Hallo, hier ist Nawalny. Ich habe euch vermisst“, schrieb der Kremlkritiker bei Instagram. „Ich kann noch immer fast nichts machen, aber ich habe gestern den ganzen Tag selbstständig geatmet.“ Er habe dafür keinerlei Hilfe gebraucht. „Ich habe es geliebt“, heißt es im Post weiter. Es sei ein „erstaunlicher, unterschätzter Prozess“, den er nur empfehlen könne, schrieb Nawalny. Dazu postete er ein Bild von sich im Krankenbett mit seiner Familie an seiner Seite.

Nawalny gilt als einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er wird seit dem 22. August in der Charité behandelt, nachdem er zwei Tage zuvor während eines Flugs in Russland zusammengebrochen war. Nach Angaben der Bundesregierung wurde Nawalny „zweifelsfrei“ mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet.

Das Gift war in den Siebzigerjahren von sowjetischen Wissenschaftlern entwickelt worden. Moskau weist jede Schuld am Gesundheitszustand des prominenten Oppositionellen zurück. Nawalnys Vergiftung führte zu schweren diplomatischen Spannungen zwischen Berlin und Moskau.

Inzwischen haben zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache für Nawalnys Vergiftung festgestellt. Dies teilte die Bundesregierung am Montag mit. Weiter hieß es, dass Deutschland die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) eingeschaltet habe. Deren Experten haben demnach ebenfalls Proben von Nawalny entnommen, die nun durch Referenzlabore untersucht werden sollen.

Seiner Sprecherin zufolge will Nawalny nach einer Genesung in seine Heimat zurückkehren. „Es wurden noch nie andere Möglichkeiten in Betracht gezogen“, schrieb Kira Jarmysch bei Twitter….