1. Brandbeschleuniger

Vor einigen Wochen haben wir Donald Trump als Feuerteufel auf dem SPIEGEL-Cover gezeigt – ein Präsident, der sein Land in Brand setzt, das war im übertragenen Sinne gemeint. Jetzt brennt es in den USA – und zwar im Wortsinn: An der Westküste fressen sich die Flammen durch die Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington. Der größte sowie der dritt- und der viertgrößte Waldbrand seit Beginn der Aufzeichnungen lodern gleichzeitig (der zweitgrößte ereignete sich vor zwei Jahren – mehr dazu lesen Sie hier). Ortschaften brennen nieder; Tausende Bürger haben ihr Zuhause verloren; Hunderttausende atmen eine Luft, die mit Asche und Qualm durchsetzt ist; Zehntausende Feuerwehrleute versuchen, die Katastrophe unter Kontrolle zu bringen. Die Bilder wirken wie aus einer Dystopie, die sich jemand in Hollywood ausgedacht hat. Aber diese Bilder sind echt, aufgenommen nicht weit entfernt vom Hollywood-Schriftzug. (Einen Video-Beitrag dazu sehen Sie hier.)

Eines aber verbreitet sich schneller als das Feuer: Falschmeldungen über das Feuer. Facebook hat eigenen Angaben zufolge am Wochenende damit begonnen, Behauptungen zu löschen, wonach links- und rechtsextreme Brandstifter die Feuer gelegt hätten. Die Sheriff-Büros mehrerer Gemeinden warnten eindringlich davor, solche Gerüchte zu verbreiten: Anfragen dazu überlasteten demnach die Notrufzentralen, die schon genug damit zu tun hätten, den Kampf gegen die Brände zu koordinieren.

Wie etwa der Sender NBC berichtet, geht eine der ersten Falschmeldungen auf Paul Romero zurück, einen Politiker, der daran scheiterte, für die Republikaner einen Sitz im Senat von Oregon zu erringen. Romero hatte beleglos behauptet, sechs Antifa-Akvtivisten seien wegen Brandstiftung festgenommen worden. Es dauerte nicht lang, bis Anhänger des Verschwörungskultes QAnon die Vorwürfe aufgriffen und weiterverbreiteten, von einem „koordinierten, vorsätzlichen Angriff“ der Antifa war die Rede. (Mehr zu QAnon finden Sie hier.) In den…