Schwere politische Krise
Lukaschenko reist zu Krisengespräch mit Putin nach Russland

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk haben am Sonntag erneut mindestens 100.000 Menschen gegen Präsident Alexander Lukaschenko protestiert. Die Demonstranten werfen Lukaschenko, der seit 26 Jahren das Land autoritär regiert, Wahlbetrug vor und verlangen seinen Rücktritt. Außerdem fordern sie die Freilassung inhaftierter Oppositioneller, unter ihnen auch Maria Kolesnikowa. O-TON MARIA, DEMONSTRANTIN: „Das diktatorische Regime kann leider nicht so schnell gestürzt werden. Wir müssen weiter machen, denn der Protest wird aufhören, wenn wir nicht mehr hingehen und nichts tun. Wir hoffen, dass wir weiter öffentlich protestieren, damit mehr und mehr Menschen auf der ganzen Welt unsere Situation sehen und darauf reagieren.“ O-TON MIKHAIL, DEMONSTRANT: „Wir sind hier, um klar zu machen, dass die Behörden nicht das Richtige tun. Sie versuchen, die Leute mit Gewalt von der Straße zu holen, damit alle zuhause sitzen, Angst haben, gehorsam und folgsam sind.“ Präsident Lukaschenko hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, hinter den Protesten stünden ausländische Kräfte. Die Regierung erhöht nun den Druck auf die Demonstranten. In den vergangenen Wochen wurden viele Führungspersonen der Opposition und mutmaßlich Tausende Demonstranten festgenommen. Vielerorts sind Polizisten auf den Straßen zu sehen. Einige Stadtteile von Minsk sind mit Stacheldraht abgesperrt.

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