Nein, das hier ist kein Rückblick. Kein Sprung in die Zeit vor der Coronakrise. Diese Massenkundgebung hat Donald Trump tatsächlich am Sonntag abgehalten, vor Tausenden Anhängern, in einer Halle in Henderson, Nevada – auch wenn dort große Versammlungen in geschlossenen Räumen verboten sind. Denn genau bei solchen Veranstaltungen – so warnen Gesundheitsexperten – ist die Gefahr einer schnellen Covid-19-Verbreitung groß. Dem US-Präsidenten scheint das egal zu sein.

Auf der ersten Wahlkampfveranstaltung dieser Art seit Ende Juni zeigte sich Trump siegessicher – obwohl er in den Umfragen weiter hinter seinem demokratischen Konkurrenten Joe Biden liegt. Und: Er brachte einmal mehr nicht nur eine zweite, sondern sogar eine dritte Amtszeit ins Spiel – obwohl die US-Verfassung das ausschließt.

Donald Trump, US-Präsident:
„In 51 Tagen werden wir in Nevada gewinnen. Und wir werden vier weitere Jahre im Weißen Haus gewinnen. Und nachdem wir vier weitere Jahre gewonnen haben, werden wir vielleicht um vier weitere Jahre oder so bitten. Immer wenn ich das sage – seht euch mal die ganzen Medienleute dahinten an, die ganze Lügenpresse – immer wenn ich das sage, explodieren ihre Köpfe.”

Solche Anspielungen waren in Trumps Wahlkampf schon öfter zu hören. Auch hier – und das passt zu der eigentlich verbotenen Veranstaltung in Nevada – sieht sich der Präsident offenbar nicht an bestehende Gesetze gebunden.

Masken trugen bei der Kundgebung übrigens die wenigsten Teilnehmer. Lediglich auf den Rängen hinter Trump, die auf TV-Bildern kontinuierlich zu sehen waren, setzten die meisten Zuschauer einen Mund-Nasen-Schutz auf. Dabei bleiben die USA der Corona-Hotspot. Mehr als 6,5 Millionen Menschen haben sich hier bereits infiziert. Rund 194.000 sind gestorben.