Zwar mussten die Christdemokraten bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen Federn lassen, dennoch dürfte Ministerpräsident Armin Laschet (Artikelbild) das Ergebnis als Aufwind im Kampf um den CDU-Bundesvorsitz und seine Ambitionen auf das Kanzleramt verstanden wissen. Mit 35 Prozent der Stimmen (Hochrechnung von 23:23 Uhr MESZ) wurde Laschets CDU schließlich wieder stärkste kommunalpolitische Kraft im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland.

„Dass ein Kurs der Mitte richtig ist, das versteht jetzt möglicherweise auch jeder in der CDU“, sagte Laschet am Sonntagabend im WDR-Fernsehen mit Blick auf den Bundesparteitag der Christdemokraten im Dezember. Dort werden sich neben Laschet auch der ehemalige Fraktionschef der Union im Bundestag, Friedrich Merz, sowie der CDU-Außenpolitiker und frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen um den Parteivorsitz bewerben.

Wer von den Delegierten gewählt wird, dürfte ziemlich sicher die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) anstreben. Denkbar ist allerdings auch, dass der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder von den Unionsparteien als gemeinsamer Kanzlerkandidat auserkoren wird. In Umfragen erzielte Söder zuletzt die besten Werte.

Schlappe für die SPD

Doch zurück zu den Kommunalwahlen: Die Sozialdemokraten kamen in NRW – ihrem einstigen Stammland, in dem sie 50 Jahre regierten – nicht aus dem Tal der Tränen heraus. Selbst die frühe Nominierung von Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten brachte der gebeutelten SPD nicht den erhofften Schwung. Mit knapp 24 Prozent konnte sich die Partei zwar auf dem zweiten Rang behaupten – musste angesichts herber Verluste aber ihr bisher schlechtestes Kommunalwahlergebnis verkraften. Sowohl in der Landeshauptstadt Düsseldorf als auch in dem als „Herzkammer der Sozialdemokratie“ beschworenen Dortmund müssen die SPD-Kandidaten in zwei Wochen in Stichwahlen um den Oberbürgermeister-Posten – jeweils gegen CDU-Bewerber.

„Es ist uns nicht gelungen, deutlich zu…