Mehrere Wochen lang durchquerte die „Oruc Reis“ das östliche Mittelmeer, um mit der Hilfe von seismischen Untersuchungen mögliche Erdgasvorkommen zu entdecken. Aus Sicht der griechischen Regierung befand sich das Schiff dabei seit dem 10. August in griechischem Seegebiet, in einem Gebiet, das nach Angaben aus Athen zum griechischen Festlandsockel gehört.

Beide Länder schickten Kriegsschiffe los

Griechenland entsandte daraufhin Kriegsschiffe in die Region – zur Abschreckung. Doch der Plan ging nicht auf. Auch die Türkei schickte ihrerseits Marineschiffe in das Gebiet. Somit standen sich plötzlich zwei NATO-Partner gegenüber, was NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf den Plan rief. In der vergangenen Woche verkündete der Vermittler, beide Seiten hätten sich auf „technische Gespräche“ zur Deeskalation geeinigt. Was genau mit wem besprochen wurde, blieb allerdings unklar.

Mission planmäßig beendet

Fest steht allerdings, dass die Türkei das Forschungsschiff zunächst wieder aus dem umstrittenen Gebiet abgezogen hat. Laut der regierungsnahen türkischen Zeitung „Yeni Safak“ sei dies allerdings kein Einknicken gewesen. Die „Oruc Reis“ habe ihre Mission planmäßig beendet und liege nun in der Nähe des Hafens Antalya. Nun wolle man der „Diplomatie eine Chance“ geben. Der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas sagte dem Fernsehsender Skai: „Dies ist ein positives Signal. Wir werden sehen, wie sich dies entwickelt, um eine richtige Einschätzung vorzunehmen.“

djo/as (dpa, afp)