Auch am Wochenende nach dem zerstörerischen Großbrand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos bleibt die Situation auf der Insel unübersichtlich und angespannt. Die griechische Polizei ging mit Tränengas gegen Steine werfende Migranten vor (Artikelbild oben). Die Zusammenstöße spielten sich entlang eines Straßenabschnitts ab, auf dem viele Migranten nach dem Brand gestrandet sind und der in beide Richtungen von der Polizei abgesperrt wurde. Auch seien von ehemaligen Lagerbewohnern entlang der Straße immer wieder Feuer entzündet worden, berichteten Augenzeugen.

Neues Zeltlager wird bezogen

Mit Rufen wie „Freiheit“ und „Kein Camp“ reagierten Migranten zudem auf Arbeiten zum Aufbau eines provisorischen Zeltlagers. Einige von ihnen trugen handgeschriebene Botschaften bei sich: „Wir wollen nicht noch einmal in eine Hölle wie Moria gehen“, war dort etwa zu lesen. Oder: „Können Sie uns hören, Frau Merkel?“

Mittlerweile konnten die ersten Migranten das neue Zeltlager beziehen. Es soll für insgesamt 3000 Menschen ausgelegt sein. Einige Anwohner hielten Bulldozer der Bautrupps mit Straßensperren auf. Die griechische Regierung schickte Schiffe nach Lesbos, um vor allem Familien und besonders bedürftigen Menschen neue Schlafmöglichkeiten zu geben.

Das Zeltlager Kara Tepe soll als Ersatz für Moria dienen

Tausende Asylsuchende, überwiegend aus Afrika und Afghanistan, harren weiter im Freien aus. „Wir schlafen im Dreck oder auf der Straße“, berichtete eine Gruppe ehemaliger Lagerbewohner auf Facebook. „Wir haben nichts, womit wir uns bedecken können, nicht einmal eine Jacke, die uns vor der nächtlichen Kälte und dem Wind schützt.“

Das heillos überfüllte Lager Moria war in der Nacht zu Mittwoch in Flammen aufgegangen und weitgehend niedergebrannt. Untersucht wird, ob es von Migranten absichtlich in Brand gesetzt wurde – worauf es Hinweise gibt.

„Dieselben Fehler wie 2015“

In der Europäischen Union gibt es Streit über den Umgang mit den Menschen aus Moria. Dabei geht…