Nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria sind auf der griechischen Insel Lesbos etwa 300 Migranten in ein neues Zeltlager eingezogen.

Vor ihrer Aufnahme mussten alle einen Coronavirus-Schnelltest machen. Dabei sei bei sieben Migranten das Virus entdeckt worden, berichteten griechische Medien unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Alle sieben seien zur Isolation in einen abgelegenen Teil des Zeltlagers gebracht worden.
 

Manos Logothetis, Generalsekretär Migrationsministerium:
„Die Nationale Organisation für öffentliche Gesundheit ist hier, es gibt hier ein Büro, das Coronavirus-Tests aufzeichnet, es gibt einen Isolationsbereich im Lager, der von der Polizei bewacht wird. Wir sind in einem sehr guten Stadium, wir sind nicht beunruhigt.“

Die Lage auf der Insel ist weiter angespannt. Mehrere Tausende Migranten harren auf den Straßen aus. Es könnte Wochen dauern, bis nach dem Brand am vergangenen Mittwoch alle Menschen wieder ein Dach über dem Kopf bekommen. Die Behörden suchen nach weiteren Orten, wo Zeltlager eingerichtet werden können. Die meisten Migranten wollen allerdings nicht in ein neues Lager gebracht werden, sondern weg von der Insel.

Mustafa, Geflüchteter aus Afghanistan:
„Jetzt sieht man, dass es dort einige neue Lager gibt, und sie wollen uns dorthin verlegen, aber ich glaube, es gibt kein gutes zweites Moria. Ich glaube, dass es hier besser ist, denn dort ist es wie in einem Gefängnis. Die Leute können von dort nicht hinausgehen. Ich glaube, dass es hier besser ist. Und wie Sie sehen können, sind behinderte und gefährdete Menschen auf der Straße – und schwangere Frauen.“

Im Laufe des Samstags war es immer wieder zu spontanen Demonstrationen und in der Folge auch zu Zusammenstößen zwischen Geflüchteten und Polizei gekommen. Migranten warfen mit Steinen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Das Flüchtlingslager Moria war in der Nacht zum Mittwoch fast vollständig abgebrannt. Etwa 12.000 Menschen wurden dadurch obdachlos – darunter 4000 Kinder….