Tag drei nach der Katastrophe
Nach Brand in Moria: Streit in Berlin, Hilflosigkeit in Brüssel, Elend auf Lesbos

Bundesregierung und EU sagten Nothilfen für die obdachlosen Menschen auf Lesbos zu. Wie es danach in der Migrationspolitik weitergehen soll, ist offen – wie seit Jahren.

© Petros Giannakouris / AP / DPA

Auf Lesbos entsteht ein großes Zeltlager. Hier sollen die meisten der durch Brandstiftung obdachlos gewordenen Migranten erst einmal unterkommen. Das passt nicht allen. An der angekündigten Aufnahme von 400 Minderjährigen aus Moria beteiligen sich zehn europäische Länder.

Nach dem Großbrand im Migrantenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos wollen Deutschland, acht weitere EU-Staaten und die Schweiz zusammen 400 unbegleitete Minderjährige aufnehmen. Die Linkspartei und die Grünen halten das für nicht ausreichend.

Die griechischen Behörden begannen auf Lesbos am Freitag mit der Errichtung eines provisorischen Zeltlagers. Darin soll bis auf Weiteres ein Großteil der mehr als 12.000 Migranten untergebracht werden, die durch die Zerstörung des Lagers Moria obdachlos geworden sind. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA soll das Zeltlager auf einem Schießübungsfeld der griechischen Armee errichtet werden, nur wenige Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Mytilini an der Küste.