Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) lehnt es ab, Tarifverhandlungen zur Personalkostensenkung bei der Deutschen Bahn aufzunehmen. Dazu hatte der bundeseigene Konzern angesichts milliardenschwerer Verluste aufgerufen.

Man stelle sich nicht gegen einen Sanierungskurs, heißt es in einem Schreiben der Gewerkschaft an den Arbeitgeberverband. Es fehle aber volle Transparenz über den künftigen Finanzbedarf. Es werde auch nicht begründet, warum ausgerechnet das direkte Personal einen Sparbeitrag zu leisten habe.

Die Bahn nannte die Absage unverständlich. Man sei weiter gesprächs- und verhandlungsbereit. Der Arbeitgeberverband hatte die GDL im vergangenen Monat zu Verhandlungen aufgerufen. Der Konzern befinde sich in der größten Krise seit seiner Gründung 1994, hieß es in dem Schreiben. Von 2020 bis 2024 seien beim Personal 1,85 bis 2,3 Milliarden Euro einzusparen.

GDL: Aufgeblähte Verwaltung, teure Auslandsaktivitäten

Die Tarifverträge bei der Bahn gelten noch bis Ende Februar. Anders als die GDL hat die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Verhandlungen eingewilligt, es gibt erste Einigungen in wichtigen Punkten.

Die GDL fordert einen Umbau des größten deutschen Staatskonzerns. Führung und Verwaltung seien aufgebläht, Milliardenbeteiligungen im Ausland und Aktivitäten abseits der Eisenbahn in Deutschland belasteten den Konzern, heißt es in einem am Donnerstag verbreiteten offenen Brief an Politiker und Verbände. Bisher geplante staatliche Milliardenhilfen zementierten die Strukturprobleme und verzerrten den Wettbewerb.

Icon: Der Spiegel