Weil sie Trump „schlecht aussehen“ ließen
Whistleblower: Weißes Haus wollte Berichte über russische Wahleinmischung manipulieren

Machtzentrum in Washington: das Weiße Haus, Amtssitz von US-Präsident Donald Trump

© Susan Walsh / AP / DPA

Ein hochrangiger US-Geheimdienstmitarbeiter hat laut eigener Aussage die Anweisung aus dem Weißen Haus erhalten, mutmaßliche verdeckte russische Einmischungen in den aktuellen Wahlkampf herunterzuspielen.

Das Weiße Haus hat nach Angaben eines ranghohen Mitarbeiters des US-Heimatschutzministeriums darauf gedrungen, bei der Bewertung von Risiken für die US-Präsidentenwahl am 3. November russische Einmischung zu unterschlagen. Stattdessen sollte in Analysen des Ministeriums über entsprechende Aktivitäten Chinas und des Irans berichtet werden, schrieb der frühere Chef der Analyseabteilung, Brian Murphy, in einer am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Whistleblower-Beschwerde.

Eine entsprechende Anweisung habe ihm Mitte Mai der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf überbracht, erklärte Murphy. Sie sei nach Wolfs Worten von Robert O’Brien gekommen, dem Präsident Donald Trump unterstellten Berater für Nationale Sicherheit. Im Juli sei er dann von Wolf angewiesen worden, Geheimdienstinformationen über russische Desinformations-Kampagnen zurückzuhalten – weil die „den Präsidenten schlecht aussehen“ ließen.