Knapper geht es kaum! Am Ende der elften Etappe der Tour de France rasten vier Fahrer nebeneinander über die Ziellinie und schoben in einem letzten Impuls ihre Räder nach vorne, um die entscheidende Reifenbreite vorne zu sein. Am besten gelang das dem Australier Caleb Ewan vom Team Lotto-Soudal, der bereits den dritten Tagesabschnitt der diesjährigen Tour für sich entschieden hatte. Soweit, so gewöhnlich, doch spielte einen Tag nach dem Sprintsieg von Sam Bennett auf der 10. Etappe  auf den letzten Metern der 167,5 Kilometer, die von Chatelaillon-Plage an der Atlantikküste nach Osten ins Landesinnere zum Zielort Poitiers führten, ein handfester Streit ab: Hinter Ewan wurde Peter Sagan, der bisherige Träger des Grünen Trikots des Punktbesten, Zweiter.

Allerdings wurde der Slowake anschließend wegen unsportlichen Verhaltens bestraft und auf Platz 85 zurückversetzt. Er hatte den Niederländer Wout van Aert im Zielsprint mit einem Kopfstoß bei voller Fahrt zur Seite gedrängt. Van Aert, der bereits zwei Etappen bei dieser Tour gewinnen konnte, beantwortete Sagans Aktion mit einem ausgestreckten Mittelfinger. Durch Sagans Rückstüfung rückte Sam Bennett auf den zweiten Platz, van Aert wurde als Dritter gewertet. Bennett übernahm auch das Grüne Trikot von Sagan.

120 Kilometer Alleinfahrt

Dabei wäre der Sprint auf der langen Zielgeraden in Poitiers fast noch vereitelt worden, denn Lukas Pöstelberger vom Team BORA-hansgrohe sorgte kurz vor Schluss für Unruhe, als er sechs Kilometer vor dem Ziel an einem Kreisverkehr eine Attacke wagte. Doch die Sprinterteams hatten sich längst formiert und holten den Österreicher 2,2 Kilometer vor dem Ziel wieder ein.

Vor dem spektakulären Ende war es insgesamt eine eher ereignisarme Etappe gewesen. Mathieu Ladagnous vom Team Groupama hatte sich gleich beim Start abgesetzt und war knapp 120 Kilometer lang alleine an der Spitze unterwegs gewesen – teilweise mit bis zu drei Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld, das in…