Seit Wochen wüten im US-Bundesstaat Kalifornien Waldbrände – noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen haben die Feuer zu diesem Zeitpunkt der Brandsaison mehr Wald vernichtet als in diesem Jahr. Bäume auf etwa 809.000 Hektar Land gingen in Kalifornien in Flammen auf, eine Fläche von mehr als 8000 Quadratkilometern.

Der bisherige traurige Rekord stand bei 793.184 Hektar und wurde 2018 aufgestellt. Die Zahlen werden seit Ende der Achtzigerjahre vom kalifornischen Ministerium für Forstwirtschaft und Brandschutz (Cal Fire) erfasst.

Laut der Behörde ist es beunruhigend, dass so eine große Fläche bereits zu diesem frühen Zeitpunkt in der jährlichen Waldbrandsaison in Flammen stand. Die Zeit mit den schlimmsten Bränden steht noch bevor. Erfahrungsgemäß wüten die Feuer in den Monaten September und Oktober am stärksten.

In diesem Jahr seien 2600 Feuer mehr registriert worden, als im vergangenen Jahr, hieß es in einem Tweet von Cal Fire. Insgesamt verzeichnet die Region mehr als 7600 Brandherde. Derzeit sind Tausende Feuerwehrleute im Einsatz, um gegen die 25 größten Brände zu kämpfen.

Bisher sind mindestens acht Menschen in den Flammen ums Leben gekommen, nach Angaben der kalifornischen Feuerwehr wurden mehr als 3000 Gebäude zerstört. Mehr als 170.000 Haushalte blieben zudem ohne Strom, da der Energieversorger PG&E wegen extremer Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Bundesstaats die Stromversorgung abschaltete.

Anheizer Klimawandel

Extreme Trockenheit und starke Winde begünstigen die Ausbreitung der Brände. Luft aus Kanada strömte in die Region und löste heftige Böen im pazifischen Nordwesten aus.

Die Behörden hatten für Teile von Arizona, Nevada und Kalifornien Hitzewarnungen herausgegeben. Auch in anderen US-Bundesstaaten sind Brände ausgebrochen.

Forscher sehen die Verschlimmerung der Brände schon länger als Folge des Klimawandels. Durch extremes Wetter wie Dürre und Trockenheit werden die Bedingungen für die massive Ausbreitung der saisonalen Feuer…