Der deutschen Autoindustrie geht es nicht gut, und das nicht erst seit der Coronakrise. Die Branche befindet sich im tiefgreifenden Wandel. Neben dem neuen elektrischen Antrieb krempelt auch die Digitalisierung das Auto um. In Zukunft könnte es nicht nur mit Strom, sondern auch vom Computer gesteuert fahren. 

Wenn sich an diesem Dienstag Vertreter der Autoindustrie im Kanzleramt mit der Bundesregierung und Ländervertretern zum Autogipfel treffen, sollte es eigentlich vor allem um diese Themen gehen: das autonome Fahren und die Digitalisierung. Doch auf Druck der Gewerkschaften und der Bundesländer rückt zunächst noch einmal die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in den Fokus. Eine Studie des Instituts der Wirtschaft (IW) konstatiert in schonungslosen Worten: Die Autoindustrie sei mit einem „Nachfrageschock konfrontiert“, es drohe radikaler Jobabbau und ihre Rolle als „Wachstumslokomotive fällt aus“.

Zulieferer sind besonders getroffen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will deshalb auf dem Gipfel vorstellen, wie die zwei Milliarden Euro ausgegeben werden, die im Corona-Konjunkturpaket für die Branche vorgesehen sind. Verschiedene Module soll dieses Paket nach SPIEGEL-Informationen umfassen, darunter Forschungs- und Entwicklungsgelder, aber auch Hilfen für den Aufbau neuer Produktionsanlagen für Elektroautos.

Das Geld soll nicht nur den Herstellern zur Verfügung stehen, sondern vor allem den Zulieferern. Die hat der Konjunktureinbruch und die Transformation besonders getroffen. „Wenn die Produktion nicht bald wieder ausgelastet wird, müssen sehr einschneidende Sparmaßnahmen auch zu Lasten der Belegschaften in der Zulieferindustrie getroffen werden“, warnte am Montag der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung (WSM), Christian Vietmeyer.

Die Konjunkturhilfen sind bislang noch nicht verteilt. Sie addieren sich zu jenen Subventionspaketen, die Altmaier für die Batteriezellentwicklung und Produktion an verschiedene…