Ein halbes Jahr. Nur ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Erkenntnis über die Deutschen hereinbrach, dass das Coronavirus auch ihr Leben dramatisch verändern würde. In den Nachrichten gesellten sich Anfang März zu den erschütternden Bildern überforderter Krankenhäuser und abgeriegelter Städte in Norditalien die Meldungen über immer mehr Infizierte überall im Land und damit die Gewissheit, dass sich die Pandemie nicht wie bisher kontrollieren lassen würde.

Nur wenige Tage später war Deutschland nicht mehr wiederzuerkennen: Schulen und Kitas geschlossen, Geschäfte und Restaurants ebenfalls, die Fußballstadien verwaist, Urlaubsreisen verboten, selbst das Treffen mit Freunden untersagt. Die Devise: #stayhome. Das Ziel: die Pandemie schnell in den Griff bekommen – und danach so weiterleben wie zuvor.

Nun reift langsam die Erkenntnis, dass es nach Corona nicht wieder so sein wird wie zuvor. Die Pandemie wird mit Sicherheit zu Ende gehen, aber unseren Alltag, die Arbeit und das Leben auf Dauer verändern. Zwar sind die härtesten Maßnahmen wohl vorüber, ist wieder so etwas wie Normalität eingekehrt. Doch es ist eine neue Normalität. Eine mit Masken, Homeoffice und Distanz, ohne Thailandurlaub und Oktoberfest. Manches wird mit Corona verschwinden, manches wird bleiben.